Passionsgedicht

Ein Passionsgedicht
von Saskia Pause

 

Passion (Gedicht)

Wir gedenken in diesen Tagen
einer Zeit voll Freude und Glück
von großem Leid und lauten Klagen.
So schauen wir 2000 Jahre zurück.

Palmsonntag

Auf einem Esel reitet ein Mann
durch das große Tor.
Er kommt in Jerusalem an.
Die Menschen singen bereits im Chor.

Hosanna,
nun kommt der Herr.
Hosanna,
gesegnet sei er.

Zu ihm rufen sie,
dem König aus Davids Haus.
Eine himmlische Melodie,
welch klingt in die Welt hinaus.

Gründonnerstag

Nun der letzte Abend bricht an.
Sie finden einen Ort,
wo man das Paschamahl halten kann.
So spricht er nun dies Wort,

als sie Brot und Wein einander reichen.
Das ist mein Leib, mein Blut,
des neuen Bundes Zeichen.
Denkt an mich, sooft ihr dies tut.

Ich werde bei euch sein
auch wenn ihr mich nicht seht.
Nie lass ich einen Menschen allein
wenn er zu mir fleht.

Jetzt kommt für mich der Moment,
zu tragen die schwere Last.
Der Verräter mich doch kennt.
An meinem Tisch war er Gast.

Karfreitag

Verurteilung

Seht, nun kommt er schon.
Tat es für wenig Geld,
doch seinen letzten Lohn,
er von Gott noch erhält.

Sie bringen ihn vor den Rat.
Die Hohenpriester sind schon da.
Bist du der Messias, los sag.
Er sprach: Ja, es ist wahr.

Voller falscher Anklagen,
vor Pilatus sie ihn brachten
um ihn erneut hier auszufragen.
doch sie nach seinem Leben wirklich trachten.

Was hat er hier nur gemacht
dass er so grausam sterben muss?
Seine Worte besitzen solche Macht,
hat auf Menschen viel Einfluss.

An das Kreuz mit dir,
sterben du endlich musst.
Laut ruft die Menge hier.
Da fasst Pilatus den Entschluss.

Kreuzigung

Nun ist es entschieden,
verurteilt zum Kreuzestod
Die Hohenpriester sind zufrieden,
so kommt die Zeit der großen Not.

Der Weg ist so lang
er geht dem Ort entgegen.
Es ist der schwerste Gang
er kann ihm nicht mehr entgehen.

Sie kommen nun zu dem Berg
welch ein unheimlicher Ort.
hier soll passieren, dies grausame Werk
die Menschen stehen bereits dort.

Der Nagel durchschlägt seine Hand
auch die Füße jetzt.
Das Blut tropft in den Sand.
geduldet von ihm bis zuletzt.

Am Holz preisgegeben
Die Zunge trocken, er ist durstig.
Zu trinken sie ihn geben
am Stock den sauren Essig.

Ihr Lachen ist voll Spott,
jedes Wort sprechen sie mit Hohn.
Wo ist jetzt nur dein Gott?
Er rettet nicht mal seinen Sohn.

Tod

Geschunden ist sein Leib.
Das Atmen fällt so schwer.
Er weiß es ist nun Zeit,
hier hält ihn nichts mehr.

Schon kommen die Schatten.
Es verschwindet das letzte Licht.
Die Soldaten hier hatten,
erfüllt ihre tägliche Pflicht

Voll Qual und Leid.
ein letzter Schrei.
Dann kommt die Müdigkeit,
der Todeskampf ist jetzt vorbei.

Blut und Wasser kommen aus seiner Seite
fließen über die trockene Erde
hinaus in die große Weite
damit es zum Zeichen für uns werde.

Die Mutter steht weinend dort.
Der einz’ge Sohn liegt auf ihrem Schoß.
Verstummt ist jetzt jedes Wort,
getragen hat sie das schwere Los.

Karsamstag

Nun liegt er in einem Grab aus Stein,
hinab gestiegen in des Todes Reich.
Die Jünger bleiben zurück allein,
gehen in ihr Heim so gleich.

Sie sind voll Trauer und Not,
haben es doch selbst gesehen:
Ihr liebster Meister ist nun tot.
Wie soll es jetzt nur weiter gehen?

Osternacht

Doch es ist nichts verloren,
auch im Tod ist noch Leben.
Der Vater hat den Sohn erkoren
und ihm all Gewalt gegeben.

Er wird es jetzt besiegen,
des Todes allerletzte Macht.
So ist er dem Grab entstiegen
in dieser hoch heil ‘gen Nacht.

Nur ihm ist bekannt die Minute
in welch dies Wunder ist geschehen.
Als jeder Mensch hier ruhte,
dich niemand hat gesehen.

Ein neuer Tag bricht an,
nun wird das Licht zu uns gelangen.
Er brach den großen Bann,
welch uns in Sünde hat gefangen.

Ostersonntag

Zurück kommen drei Frauen,
um ihren Meister würdig beizusetzen.
Doch was sie dort anschauen
hinterlässt nur noch Entsetzen.

Das Grab ist leer,
kein Leichnam mehr dort.
Wo ist nur der Herr?
Er ist einfach fort.

Dort sitzt ein Mann ganz in weiß.
Ihn umgibt ein heller Schein.
Er spricht ganz leis.
Kann er es wirklich sein?

Nun hat es sich erfüllt
was bereits geschrieben stand.
Das Kreuz, Gottes Herrlichkeit enthüllt
und erneuert unser ew’ges Band.

Er ist bei uns alle Tage,
wenn das Licht die Dunkelheit durchdringt.
So wandelt sich die Klage
und ein neues Lied erklingt.

 

Foto: Saskia Pause

Termine zum Mitleben

  • 20.10.2018 - 27.10.2018
    Wander-Woche

    Geführte Halbtageswanderungen in der reizvollen Umgebung von Stühlingen (Südschwarzwald/ Hegau).

  • 24.11.2018 - 1.12.2018
    Woche zum Mitleben

    Eine Woche zum Mitleben, Mitbeten und Mitarbeiten im Kloster Stühlingen.

  • 1.12.2018 - 8.12.2018
    Stille Woche

    Diese Woche ist davon geprägt, dass Stille und Schweigen einen größeren Platz einnehmen als im normalen Alltag in Stühlingen. Wir schwiegen von Montag bis Freitag. Täglich gibt es einen geistlichen Impuls.

Musik im Kloster

Keine kommenden Termine vorhanden.

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